Die Teuerung in Österreich verharrt auch im Oktober 2025 auf einem hohen Niveau. Laut Schnellschätzung der Statistik Austria lag die Inflationsrate bei 4,0 Prozent und damit auf dem Niveau des Vormonats September. Im Monatsvergleich stiegen die Preise um 0,4 Prozent. Stärkster Preistreiber waren erneut Dienstleistungen sowie Energie, deren Preise im Jahresvergleich deutlich anzogen.
Energie und Dienstleistungen bleiben Kostentreiber
Die Preise für Dienstleistungen legten im Oktober um 4,6 Prozent zu, während sich Energie sogar um 9,7 Prozent verteuerte – nach 8,1 Prozent im September. Ursache sind laut Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk vor allem gestiegene Strom- und Gaspreise. Auch Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak wurden mit einem Plus von 3,9 Prozent wieder teurer. Die sogenannte Kerninflation – also ohne Energie und Lebensmittel – lag bei 3,4 Prozent.
Mieter geben bis zu zwei Drittel ihres Einkommens für Grundbedürfnisse aus
Besonders hart trifft die anhaltende Teuerung Menschen, die in Mietwohnungen leben. Laut dem Momentum Institut müssen Mieter in Österreich mittlerweile bis zu 68 Prozent ihres Einkommens für Grundbedürfnisse wie Wohnen, Energie und Lebensmittel aufbringen. Bei Wohnungseigentümern liegt dieser Anteil im Schnitt bei 38 Prozent.
„Menschen in Miete belastet die Teuerung wesentlich stärker, da sie mehr von ihrem Einkommen für unvermeidbare Ausgaben aufwenden müssen“, erklärt Momentum-Experte Leonard Jüngling. Besonders Mieten und Energiekosten seien zu großen Belastungsfaktoren geworden. Allein die Elektrizität verteuerte sich um 36 Prozent im Jahresvergleich – hinzu kommen steigende Gebühren für Wasser und Müllabfuhr.
Hohe Lebensmittelpreise setzen Haushalte weiter unter Druck
Der Preisdruck bei Lebensmitteln bleibt hoch: Im Handel kosteten Rindfleischprodukte zuletzt um 18 Prozent mehr als im Vorjahr, Schokolade um 17 Prozent. Kaffee und Kakao verteuerten sich laut Statistik Austria um mehr als 20 Prozent. Viele Konsumentinnen und Konsumenten empfinden diese Grundnahrungsmittel mittlerweile als Luxusartikel.
Energiesparen wird zur Notwendigkeit
Da viele staatliche Hilfen ausgelaufen sind und ab 2025 wieder Abgaben auf Energie gelten, spüren Haushalte die Preissteigerungen zunehmend. Laut dem Energiepreisbarometer der Unternehmensberatung EY versuchen neun von zehn Haushalten, ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Rund die Hälfte hatte zuletzt eine höhere Stromrechnung als im Vorjahr, während sich die Gas-Netzgebühren ebenfalls deutlich erhöhten.
Prognose: Entspannung frühestens 2026
Ökonomen rechnen damit, dass die Teuerung erst im kommenden Jahr spürbar nachlassen wird. Laut Wifo-Inflationsexperte Josef Baumgartner könnte die Inflation im Jänner 2026 wieder unter drei Prozent fallen. Für das Gesamtjahr 2025 erwartet er eine Jahresinflation von rund 3,5 Prozent. Grund sei das Auslaufen der Strompreisbremse und die Rückkehr zu regulären Energieabgaben.
Baumgartner kritisiert zudem das Vorgehen der früheren schwarz-grünen Regierung: „Man hätte die inflationsdämpfenden Maßnahmen gestaffelt auslaufen lassen sollen. Stattdessen sind sie alle gleichzeitig ausgelaufen, was den Preisauftrieb verstärkte.“
Ausblick: EZB belässt Leitzins unverändert
Während Österreich weiterhin mit einer hohen Inflation kämpft, zeigt sich die Lage in der Eurozone etwas entspannter. Die Teuerungsrate lag dort zuletzt bei 2,2 Prozent – nahe dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Entsprechend beließ die EZB den Leitzins bei zwei Prozent.
Fazit
Die Inflation bleibt für Österreichs Haushalte ein drängendes Thema. Mieterinnen und Mieter spüren die Belastung besonders stark, da steigende Wohn-, Energie- und Lebensmittelkosten ihr Budget massiv einschränken. Während Ökonomen für 2026 erste Entlastung erwarten, bleibt die finanzielle Situation vieler Familien angespannt – vor allem, solange die Energiepreise weiter auf hohem Niveau verharren.